Straumann ist Weltmarktführer für Dentalimplantate und erwartet einen Rekordgewinn. Die Aktie ist trotzdem auf Sinkflug. Jetzt zuschlagen?
Kursverluste trotz Rekordgewinn
Straumann gehört zu den führenden Unternehmen für Zahnmedizin. Das Unternehmen steht nach eigenen Worten für erstklassige Schweizer Qualität und höchste Präzision sowie für Innovation und Sicherheit in der Zahnmedizin, unterstützt vom grössten Experten-Netzwerk weltweit.
Das Unternehmen ist der Weltmarktführer im Segment Dentalimplantate und ist mit seinen mehr als 20 Tochtergesellschaften weltweit tätig.
Zum Angebotsspektrum gehören eine Vielzahl von Zahnimplantaten, Prothesen, Lösungen für Kieferorthopädie, Oberflächenbeschichtungen, chirurgische Instrumente, Biomaterialien und eine Vielzahl von Laborgeräten sowie Ausrüstung für Arztpraxen.
In der aktuellen Situation dürften derartige Geschäftsmodelle besonders gefragt sein, denn die Branche ist nicht sonderlich konjunkturanfällig.
Die Aktie von Straumann stand zuletzt trotzdem unter Druck, wie es in Schwächephasen eben üblich ist. Es wird unterschiedslos abverkauft, auch wenn es wenig Sinn ergibt.
Vom Höhenflug zur Normalisierung
Die Aktie befindet sich jedoch schon seit einiger Zeit in einer Schwächephase. Im Geschäftsjahr 2021 schoss der Gewinn regelrecht in die Höhe und die Aktie kletterte auf ein neues Allzeithoch bei über 200 CHF.
Darauf folgte 2022 ein weiterer Anstieg des Gewinns um 7 % und 2023 dann ein Rückgang um 9 %.
Die Kurse purzelten von über 200 auf zeitweise unter 100 CHF und haben sich seitdem nicht wieder erholt.
Wir haben es mit einem Phänomen zu tun, das sich in ähnlicher Weise bei vielen Aktien beobachten lässt, die während oder kurz nach Corona massive Gewinnsprünge verzeichnet haben.
Es war eine Phase, in der Straumann unnatürlich viel verdient hat, gefolgt von einer Phase, in der die Nachfrage eher gedämpft war. Man ist also kurzzeitig über den zugrundeliegenden Trend hinausgeschossen, dann unter ihn gefallen und dann wieder zu ihm zurückgekehrt.
Der starke Franken belastet
Unter dem Strich hat man 2024 über 80 % mehr verdient als 2018, was sich bisher noch nicht in den Kursen widerspiegelt.
Mit dem letzten Geschäftsjahr dürfte die Normalisierung abgeschlossen sein. Zukünftig sollte das Geschäft wieder in geregelten Bahnen laufen.
Der Umsatz konnte 2024 um 10 % auf 2,50 Mrd. CHF gesteigert werden, ohne negative Währungseffekte hätte das Plus bei 13,7 % gelegen.
Das Wachstum wurde von allen Regionen getragen, die Stärke des Schweizer Franken hat jedoch die Profitabilität belastet, was zu einem Rückgang der EBIT-Marge von 28,0 auf 26,0% geführt hat.
Daher konnte das Ergebnis aus den fortgeführten Aktivitäten „nur“ von 3,01 auf 3,14 CHF je Aktie gesteigert werden.
Der gemeldete Gewinn kletterte hingegen von 2,76 auf 3,14 CHF je Aktie. Je nachdem, welche Kennzahl man heranzieht, ergibt sich ein etwas anderes Bild, da der Vergleichswert von 2023 ein anderer ist. Für 2024 spielt das aber keine wirkliche Rolle, Straumann hat ein Rekordergebnis eingefahren.
Ausblick und Bewertung
Wie gewohnt schüttet das Unternehmen etwa 30 % des Gewinns aus, die Dividende wurde daher von 0,85 auf 0,95 CHF je Aktie erhöht.
Für 2025 stellt Straumann ein organisches Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und eine leichte Verbesserung der EBIT-Marge bei konstanten Wechselkursen in Aussicht.
Den Schätzungen zufolge soll das Ergebnis in diesem Jahr um 13 % auf 3,54 CHF je Aktie steigen, teilweise gehen die Schätzungen sogar hoch bis 3,70 CHF je Aktie. In den Folgejahren werden ebenfalls zweistellige Gewinnsteigerungen erwartet, was den durchschnittlichen Wachstumsraten der letzten 10 Jahre entspricht.
Straumann kommt demnach auf ein KGVe von 29,4. Für diese Branche und mit Blick auf die erwarteten Gewinnsteigerungen ist das angemessen.

Straumann ist wieder an das untere Ende der Handelsspanne der letzten Jahre zurückgekommen. Für antizyklische Anleger könnte das eine Möglichkeit für ein Engagement sein.
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